Was haben die Hochzeit von Draco Malfoy und Hermine Granger und der 94. Geburtstag von Mr. T aus der amerikanischen Serie „The A-Team“ in der Schule verloren? 

Was auf den ersten Blick weit vom Schulalltag entfernt scheint, ist auf den zweiten Blick sogar im Bildungsplan verankert. Denn all die genannten Bilder und Videos sind mit Hilfe künstlicher Intelligenz entstanden. Und darüber hinaus sind es Fake News. Und nur, wer die Bücher und Filme der Harry Potter-Reihe zu Ende verfolgt und sich über das wahre Geburtsdatum des Mr. T informiert hat, weiß, dass er hier auf die falsche Fährte gebracht wurde. 

Fake News ist ein Thema, das bereits fächerübergreifend im Bildungsplan Baden-Württembergs verankert ist, da eine objektive Meinungsbildung nur möglich ist, wenn man in der Lage ist, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. 

Mittlerweile ist das aber gar nicht mehr so einfach, da es mit Hilfe unterschiedlichster KI-Tools nahezu unmöglich ist, die wahren Informationen auf den ersten Blick zu erkennen.

Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig ein früh erlernter kritischer Umgang mit Informationen ist und hier muss sich unter anderem die Schule in der Verantwortung sehen.

Doch wer diese Inhalte adäquat und schülergerecht vermitteln will, der sollte auch ein fundiertes Wissen im Umgang mit dem technisch Möglichen haben. 

Das Lehrerkollegium der Robert-Gerwig-Schule in Singen nahm sich in der vergangenen Woche der Thematik an. Der pädagogische Tag zum Thema „KI und Schule“ lieferte aufschlussreiche Erkenntnis über Fluch und Segen der künstlichen Intelligenz. Der anregende Impulsvortrag des Dozenten Mark Bottke ermöglichte den Lehrenden einen umfassenden Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz und versetzte das Kollegium gleichermaßen in Euphorie wie Empörung. Klar ist jedenfalls, dass die KI nicht mehr aus dem privaten wie öffentlichen Raum wegzudenken ist und wir gut daran tun, einen produktiven Umgang damit zu vermitteln. Da KI-Sprachmodelle wie ChatGPT oder Grok bereits im Lebensalltag der Schülerinnen und Schüler angekommen ist, lassen sie sich nicht mehr aus dem Unterricht wegdenken. Aufgabe der Lehrend ist es daher, dies anzunehmen und Wege zu finden, die zur Wissensbereicherung führen und somit dem sogenannten „Skill-Skipping“ und „Mental Offloading“ entgegenzuwirken. Denn der Mut sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, wie es der Philosoph Immanuel Kant bereits im 18. Jahrhundert ausgerufen hat, wird sich langfristig auszahlen. Der eigene Verstand darf sich aber heutzutage mit Hilfe der künstlichen Intelligenzen weiterbilden. 

Welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen, inwiefern dies benotet werden kann und welche Tutorensysteme den Lernerfolg unterstützen können, wurde in unterschiedlichen Workshops vorgestellt. 

Am Ende des Tages sollte allen Lehrenden klar geworden sein, dass ein vernünftiger und zielgerichteter Einsatz der KI aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken ist. Zusätzlich ist es aber auch Aufgabe der Bildungsinstitution Schule ethische Werte im Umgang mit dieser sich rasend schnell entwickelnden künstlichen Welt zu lehren, damit wir als Menschen nicht ersetzbar werden und kein Schüler die Frage nach dem Sinn des Lebens mit Unsinn beantworten muss. Am Ende des Tages macht uns menschliche Wesen eben doch das eigene Wissen und Gewissen aus. Vor allem letzteres wird die KI niemals ersetzen können. 

 

                         

Robert-Gerwig-Schule Singen
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