claim
oes
Unsere SchuleWirtschaftsgymnasiumBerufskolleg1+2BFW / BFBH / VABKaufmännische Berufsschulen
Tourismusfachkräfte
[Stundentafel]   [Pressebericht]  [Zur Infoseite]

Presseinformation der IHK Hochrhein-Bodensee 01/08:

Für immer mehr Urlauber aus dem In- und Ausland ist Deutschland als Urlaubsziel attraktiv geworden. Dieser Trend ist auch in der Region Hochrhein-Bodensee spürbar. Mit der ständig wachsenden Gästezahl steigt bei den Betrieben auch die Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Qualität wird in der deutschen Tourismusbranche ja bekanntlich groß geschrieben. Daher ist die gute berufliche Qualifizierung für das Gewerbe unverzichtbar. Um neue Fachkräfte auszubilden, wurde im Jahr 2005 das von der IHK-Organisation entwickelte Berufsbild des Kaufmanns für Tourismus und Freizeit geschaffen. Dieser neue Ausbildungsberuf orientiert sich vornehmlich an den neuen Anforderungen und Bedingungen der Reise-, Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Im Mittelpunkt des Berufsbildes stehen die Beratung und die Information zu touristischen Angeboten und Attraktionen einer Region oder eines Ferienortes. Darüber hinaus organisieren Tourismuskaufleute auch eigene Veranstaltungen, inszenieren Events und beteiligen sich an der Umsetzung von Verkaufs- und Marketingkonzepten. Ausgebildete Kaufleute für Tourismus und Freizeit sind um keine Auskunft verlegen, wenn Gäste Informationen zu den Sehenswürdigkeiten, Hotelangeboten oder Veranstaltungsterminen wünschen. Sie wissen, welches Restaurant die leckersten lokalen Spezialitäten zubereitet oder wo man trotz Hauptsaison noch einen freien Campingplatz oder Pensionszimmer findet. Dieses neue und moderne Berufsprofil ist für viele regionale Tourismusbetriebe im Schwarzwald und am Bodensee gut geeignet, den hohen Qualitätsanspruch der Branche zu erfüllen. Die IHK empfiehlt daher den Betrieben, Lehrstellen für diesen neuen Ausbildungsberuf zu schaffen und anzubieten. Petra Böttcher, bei der IHK zuständig für die Berufsausbildung, informiert interessierte Betriebe im Detail (Telefon 07531/2860-154, petra.boettcher@konstanz.ihk.de). Der erste Jahrgang Tourismuskaufleute wird im Sommer dieses Jahres die Abschlussprüfungen absolvieren. In der IHK-Region hat die Robert-Gerwig-Schule in Singen als einzige Berufsschule in ganz Baden-Württemberg eine Fachklasse eingerichtet. Mit dem Klassenlehrer Martin Bretschneider sprachen wir über seine Erfahrungen mit dem neuen Berufsbild und über die Berufsaussichten der Absolventen.

Martin BretschneiderHerr Bretschneider, was sollte ein junger Mensch für Fähigkeiten besitzen, wenn er die Ausbildung erfolgreich abschließen will?

Tourismus- und Freizeitkaufleute sollten sehr kommunikativ sein, gut auftreten können, Spaß daran haben etwas zu repräsentieren, vielseitig sein, fit sein in Deutsch, Fremdsprachen, Rechnen, Marketing und Geografie, einfach sehr kreativ sein.

Welche Anforderungen werden an die Jugendlichen gestellt?

Sehr flexibel zu sein, vor allem auch bei den Arbeitszeiten, hohe Selbstständigkeit, sich schnell in verschiedene Sachgebiete einarbeiten zu können, im Team zu arbeiten, mit Kunden gut umgehen zu können, das setzt Selbstvertrauen, gutes Benehmen und Kreativität voraus.

Wie sieht der Unterricht bei Ihnen aus? Was lehren Sie den Jugendlichen?

An der Robert Gerwig Schule in Singen findet der Unterricht nach drei Wochen Ausbildung im Betrieb im Wochenblock statt. Der Lernstoff der Schule ist die Grundlage für das Bestehen der Abschlussprüfung. Im Lehrerteam sind auch Fachkundelehrer aus der Praxis. Unterrichtet werden die Fächer Deutsch, Gemeinschaftskunde, Englisch, Steuerung und Kontrolle, Allgemeine Wirtschaftslehre, Projektkompetenz und Spezielle Betriebwirtschaftslehre. Darüber hinaus wird auf freiwilliger Basis eine zweite Fremdsprache angeboten. In der „Fachkunde“ (Spezielle Betriebswirtschaftslehre) wird gelernt, wie man Kunden berät und betreut, Projekte plant und durchführt, touristische Angebote erstellt und vermarktet, Unterkünfte vermittelt, betriebliche Vorgänge rechnerisch erfasst, Veranstaltungen plant und durchführt. Auch die Geografie des Ortes, der Region und von ganz Deutschland ist Thema des Unterrichts, damit die Auszubildenden die Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, die Verkehrswege und die touristische Infrastruktur kennen lernen.

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann und zu dem des Tourismuskaufmanns?

Der Kaufmann für Tourismus und Freizeit bietet Dienstleistungen für Touristen aus Deutschland und dem Ausland an, die seinen Ort oder seine Region besuchen, zum Beispiel den Bodensee oder den Südschwarzwald. Der Reiseverkehrskaufmann verkauft oder vermittelt Reisen nach Deutschland oder ins Ausland, oder er verkauft Flugtickets, Bahnreisen und Fährpassagen in alle Welt.

Sie sind die einzige Berufschule in Baden-Württemberg, die eine Fachklasse eingerichtet hat. Aus welchem Einzugsgebiet kommen die Auszubildenden zu Ihnen nach Singen?

In der Zwischenzeit gibt es in Baden-Baden eine zweite Berufsschule für diesen Beruf. Trotzdem ist das Einzugsgebiet noch sehr groß. Es reicht von Oberschwaben, Allgäu, Bodensee, Schwäbische Alb bis in den Südschwarzwald und Mittleren Schwarzwald.

Im Sommer wird der erste Jahrgang seine Abschlussprüfungen absolvieren. Wie sehen denn die Berufschancen der Absolventen aus?

Eine Prognose ist nicht so einfach, da es diesen Beruf noch nicht lange gibt. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist noch relativ gering, sodass die Chancen auf einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung gut sein müssten. Die Ausbildungsbetriebe richten sich bei ihren Ausbildungsplätzen sehr stark nach dem wirklichen Bedarf.

Welche Betriebe können eigentlich eine Ausbildung zum Tourismuskaufmann anbieten?

An erster Stelle sind es die Touristen-Informationsbüros, Tourismus-Marketingbüros oder Kultur- und Tourismus-Betriebe der Städte, Gemeinden und Regionen. Dazu kommen Spaßbäder, Freizeitbäder, Heilbäder, Kurortverwaltungen, Freizeitparks und Freizeiteinrichtungen, Campingplätze, Marinas und Erholungseinrichtungen.

Wie sehen Sie generell die Chancen für Jugendliche, die sich für einen Beruf in der Tourismusbranche interessieren?

Insgesamt ist der Tourismus- und Freizeitbereich in den letzten Jahren ständig gewachsen, in unserer Region sind die Wachstumsraten allerdings nicht so hoch wie im internationalen Tourismus. Die Orte und Betriebe, die investieren, erzielen meist bessere Ergebnisse. Spezielle Fachkräfte in dieser Branche auszubilden soll mit dafür sorgen, dass der Tourismus in Deutschland und nach Baden – Württemberg noch stärker wächst.

Herr Bretschneider, vielen Dank für das Gespräch.